Vokalkollegium
Ein apartes, ein originelles Programm hatte sich das nun schon mehr als
20-jährige Vokalkollegium Bern zusammengestellt: Angesagt waren –
In beiden Fällen – bei
Vaughan Williams und bei Elgar – fasziniert die
satztechnische Sicherheit der Gesänge, die raffiniert stilistische Elemente der
Romantik und des Impressionismus verbinden und die ihre Höhepunkte zumeist in
den Pianissimo-Passagen der Chorfinali
erreichen. Gerade bei diesen verinnerlichten, leise verklingenden Werkenden
zeigten sich die besonderen Qualitäten des in allen Registern ausgeglichen
gestaltenden Vokalkollegiums Bern: Nie wurde einfach nur munter, fröhlich und
vital drauf losgesungen – die rund dreissig wohl ausgebildeten Sängerinnen und Sänger drangen
tief in die seelischen Hintergründe der meisterlich vertonten Texte ein und
bestätigten sich dabei als Chorvereinigung
der Spitzenklasse.
Der Leiter Christian Henking, dem zweifellos auch die
Kombination der Werkfolge zu verdanken war, führte sein Ensemble sicher,
kompetent und posenfrei durch die Schwierigkeiten der Chorsätze und
differenzierte die Werkaussagen mustergültig. Und das Publikum im gut besetzten
Saal des Konservatoriums für Musik in Bern setzte sich mit der einstündigen,
durch sympathische Textlesungen klug näher gebrachten
Liederfolge mit Aufmerksamkeit und herzlicher Anteilnahme auseinander. Und
wieder einmal zeigte sich, dass erfreulicherweise auch Abende mit Programmen
abseits der erfolgversprechenden Routine ihre
Zuhörerpotenziale und positive Zustimmung zu finden vermögen. (-tt-)
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